back to weblogUnd wieder ist die Welt ein bisschen besser...


Stolz blicken wir alle auf unser Werk. Vor 72 Stunde hätte sich keiner von uns träumen lassen, dass wir es überhaupt schaffen...


Es geht um die 72-Stunden-Aktion, die vom 07.05.2009 bis zum 10.05.2009 vom BDKJ im ganzen Land veranstaltet wurde, als einzige deutsch-slowakische Gruppe im ganzen Land haben wir – genau wie alle anderen Gruppen im Land auch – die Welt ein kleines Stückchen besser gemacht und Unvorstellbares vollbracht.
Die neun Slowaken, aus unserer 21köpfigen Gruppe, mit dem Namen „Ahojte und Hallo“, sind erst am Donnerstagmorgen hier eingetroffen, doch schon gegen zwei Uhr sind sie fit und essen mit uns zusammen in der Fachstelle für Kinder- & Jugendpastoral in Andernach. Nach dem gemeinsamen Mittagessen geht es, um 16:35 zur Auftaktveranstaltung für die Gruppen aus Andernach. Bis 17:07 ist die Spannung unerträglich, dann endlich erfahren wir unseren Auftrag. Wir sollen im Kindergarten St. Hedwig, Andernach einen Wasserlauf mit abschließendem Wassertrog aus Holz fertigen. Auf den beigelegten Bildern ist zu erkennen, dass der Wasserlauf aus ausgehöhlten Baumstämmen bestehen soll. Als erstes besichtigen wir gemeinsam den Ort unseres Projekts. Anschließend fahren wir in die Fachstelle zurück und planen den Bachlauf, organisieren Material, klären zugesagte Unterstützung und informieren unsere Paten. Unsere Paten sind: Horst Zerwas, aus dem Pfarrgemeinderat der Gemeinde St. Stefan; Günter Leisch der Dekanatsreferent des Dekanates Andernach-Bassenheim und auch die Bundestagsabgeordnete Andrea Nahles. Nach einem späten gemeinsamen Abendessen geht der erste Tag so für unsere Gruppe zu Ende und wir fallen alle todmüde ins Bett.
Um 08:30 geht es am nächsten Tag (Freitag, den 08.05.2009) mit voller Power weiter. Nachdem wir den Tag mit einem Impuls begonnen haben machen wir uns direkt an die Arbeit; wir heben die Fläche für den Bachlauf aus, denn er soll mit Kies unterlegt werden. Sowohl der Kies aus auch der – für die Fundamente dringend benötigte – Estrich kommt dank unseren Sponsoren noch am selben Tag an. Währenddessen versucht unsere Leiterin Ute Josten, Gemeindereferentin in St. Stephan Material zu besorgen. Gegen Mittag können wir endlich die 4 halben Baumstämme und den vorgesägten Trog abholen. Gleichzeitig kommt auch Frau Nahles vorbei und schaut wie das Projekt vorankommt. Nachdem die Baumstämme endlich da sind beginnen wir sie mit Hammer & Stechbeitel auszuhöhlen, was sich aufgrund des harten Holzes als schweres Unterfangen erweist. Auch nach einem späten gemeinsamen Abendessen arbeiten wir noch hochmotiviert und bis spät in die Nacht weiter. Denn die Zeit läuft!
Samstags fangen wir den Tag an wie am Freitag, doch mir mehr Druck, Das Projekt muss bald fertig werden und ohne fachmännische Unterstützung kommen wir einfach nicht weiter. Nach vielen erfolglosen Anrufen bei Schreinereien aus der Stadt endlich Hilfe in Sicht. Vormittags komm Daniel Nonn zum Kindergarten und hilft uns bei der Planung. Nachmittags kommt der hilfsbereite Schreiner Detlef Grillmeier, um uns mit Rat und Tat zu Seite zu stehen. Das Projekt nimmt langsam Form an und gegen fünf Uhr abends steht der Bachlauf fest verankert im Boden.
Zeit uns eine Pause zu gönnen!
Wir verabreden uns auf dem Benefizkonzert in Kruft, das leider ins Wasser fällt. Durchnässt und müde machen wir uns auf den Heimweg.
Der Sonntag beginnt hektisch. Um viertel nach zehn wollen wir uns in den Gottesdienst der Pfarrei St. Stephan, Andernach einbringen. Die Slowaken bereiten ein Lied vor und wir entwerfen einen Flyer, um die Gruppe „kruni reloaded“ zu unterstützen. Der Gottesdienst wir ein voller Erfolg und gibt uns auch die Möglichkeit noch einmal neue Kraft zu schöpfen. Nun geht es in den Endspurt – nur noch wenige Stunden bis das Projekt fertig sein muss – während einige Gruppenmitglieder noch die letzten Feinarbeiten am Wasserlauf vornehmen, beginnt ein Teil der Gruppe bereits die Anti-Unkraut-Folie, die als Unterlage für den Kies dient, auszulegen. Anschließend werden zwei Kubikmeter (ca. 3 Tonnen!) Kies in Schubkarren verladen und auf der Folie verteilt. Danach fangen wir an aufzuräumen. Fast alle Materialien sind komplett verbraucht worden. Nach dem – vom Kindergarten organisierten – Mittagessen ist es um 16:00 endlich so weit: Wir übergeben unser Projekt feierlich an die Leitung des Kindergartens! Alle sind todmüde, aber auch stolz auf das was wir bewirkt haben. Die Kindergartenleitung ist überglücklich. Abends sind wir zum Abschluss noch zum Grillen auf dem Bahnerhof eingeladen, als Dank für die Spenden aus dem Gottesdienst. Gegen 20:00 fahren die Slowaken schließlich zurück und auch die deutschen Teilnehmer wanken erschöpft, aber in der Gewissheit die Welt wieder ein Stück besser gemacht zu haben, nach Hause.

(Abschließend sollte nicht vergessen werden, dass diese tolle, gemeinschaftliche und interkulturelle Erfahrung nur durch die Hilfe unserer Sponsoren möglich geworden ist. Wir danken: dem ED-Baumarkt; dem Bauhaus in Mülheim-Kärlich; der Firma Montana; der Baumschule Wirges; dem Bauhof der Stadt Andernach und auch den vielen Privatpersonen für ihre Unterstützung.)

Mathias Birsens

  
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